196333 Drogentote

Drogentote in Deutschland

tldr; 0,68 Prozent der Drogentoten sterben am falschen Konsum von illegalen Rauschmitteln. 195.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland an den langjährigen Folgen von Alkohol und Tabak – also am legalen Konsum von richtigen Rauschmitteln.

Fünf vor 12 im Drogenmarkt. Die Anbauflächen für Heroin auf den Feldern in Afghanistan und die Anbauflächen für Kokain in Kolumbien sowie für Mariuanah in Albanien haben zugenommen. Zudem sind die Produktionskapazitäten in den Laboren für synthetische Drogen in den Niederlanden oder in Belgien gestiegen. Außerdem wurden Drogen verfügbarer durch das Internet, den Online-Handel und den Versand mit der Post.

2016 wurden 1.333 rauschgiftbedingte Todesfälle registriert. Dies entspricht einem erneuten Anstieg um 9 Prozent.
[ BKA und Drogenbeauftragte der Bundesregierung ]

Laut dem jährlichen Drogenbericht für Deutschland sollen die 1.333 Tote durch illegale Drogen – wieder um 9 Prozent gestiegen und zum vierten Mal in Folge gestiegen – ein echtes Problem sein. Hinter den überwiegend jungen und mänlichen Drogentoten (38) stehen mehr als 302.000 Rauschgiftdelikte insgesamt.

Der Anteil der Rauschgiftdelikte an der Gesamtkriminalität betrug wie auch in den Vorjahren rund 5 Prozent.
[ BKA und Drogenbeauftragte der Bundesregierung ]

Durch Tabak starben im vergangenen Jahr rund 121.000 Menschen in Deutschland. Durch Alkohol noch einmal 74.000. Zählt man noch die Toten aus den Nebenwirkungen von Medikamenten hinzu – das sind etwa 20.000 bis 40.000 – auch mal 26.000 bis 52.000, je nach Schätzung, dann sterben trotzdem mehrheitlich die Konsumenten von legal erhältlichen Drogen.

Als einzig verbleibendes Land in der EU zögert Landwirtschaftsminister Christian Schmidt ( CSU ) die Umsetzung des Werbeverbotes für Tabakwaren hinaus. Man fürchtet, im nächsten Schritt die Werbung für Kinderschokolade verbieten zu müssen. Dabei wäre der Gesellschaft wirklich mehr geholfen, wenn zuerst Tabak und dann Glucose-Fructose-Sirup und andere Sorten von Zucker verbannt würden, statt mit martialischer Härte gegen kicherende Kiffer vorzugehen, deren Einstiegsdroge übrigens die Zigarette ist.

1.333 rauschgiftbedingte Todesfälle. Jeder von ihnen ist sicherlich einer zu viel. Wenn man aber tatsächlich Tausende retten möchte, dann lassen sich sicherlich bei Glimmstengeln und Weinbrand schnellere Erfolge erzielen.

Noch ein bisschen zynischer wird es, wenn man sich das Alter der legalen Drogentoten anschaut. Die meisten Kettenraucher und Schnappsleichen erreichen knapp das Rentenalter, nachdem sie ein Erwerbsleben lang eingezahlt haben. Ihre Behandlungskosten sind im Einzelfall hoch, aber die Rentenkasse wird entlastet, wenn sie vor dem 70. Lebensjahr ihren letzten tiefen Zug nehmen. Ihr vorzeitiger Tod ist somit für die Sozialversicherungen teils Segen und teils Fluch.

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