Corona Tracking

Corona App Tracking

Fast alle von vielen sind trotzdem zu wenige.

Klar ist jetzt schon, dass wir das auf freiwilliger Basis machen würden.
Angela Merkel, Bundeskanzlerin (CDU)

Smartphone-Tracking. Apple hat eine App, mit der man in den USA schauen kann, ob man Symptome der Covid-19-Erkrankung aufweist. Das Robert-Koch-Institut sammelt Daten von Fitness-Trackern mit einer eilig zusammengestellten App. Alles auf freiwilliger Basis. Und aus dem Hackathon #WirVsVirus geht unter anderem die Idee hervor, einen Kontakt-Tracker über Bluetooth als App auf die Beine zu stellen. Der mögliche Bluetooth-Corona-Tracker bringt sogar Apple und Google zu einer Zusammenarbeit. Beide versprechen, im Mai ein API – das ist eine Daten-Schnittstelle – für ihre Standardsoftwares iOS 13 und Android bis zur Version 6 bereitzustellen.

Die Bundeswehr hat schon mal „Freiwillige“ in einem Kontakttest aneinander vorbeigehen lassen und festgestellt: Es könnte klappen.
Es wird klappen, denn Apple und Google bauen ihre Smartphones um zu Corona-Blueetooth-Trackern.

Doch während technischen Details nachgeeifert wird, müssen die Fragen erlaubt sein, wie viele Menschen erreicht es überhaupt und was soll diese App überhaupt leisten?

Die Tracker-App soll Menschen warnen für den Fall, dass sie sich möglicherweise mit Covid-19 angesteckt haben, weil man in den zurückliegenden 14 Tagen (?) Kontakt zu einer Person oder mehreren Personen hatte, bei der die Infektion sicher nachgewiesen wurde. Die App kann nicht verhindern, dass man sich ansteckt. Die kann allenfalls die Verbreitung ab-dämpfen. Denn sollte man selbst auch positiv getestet werden, dann erhalten die eigenen Kontakte ihrerseits eine Warnung, sich bis zum negativen Test in Quarantäne zu begeben.

Wie viele Menschen könnten diese magische Corona-Tracker-Bluetooth-App nutzen? In Deutschland leben rund 83 Millionen Menschen mit mehr als 100 Millionen Mobilfunkverträgen – etwa für das iPad oder das Multimedia-Paket im Dienstwagen. Rund 57 Millionen Smartphones befinden sich im Einsatz bei den über 14-jährigen. Jünger sind in Deutschland neun Millionen Menschen, von denen 95 Prozent der über Zwölfjährigen, drei von vier der Zehnjährigen aber nur jeder dritte Achtjährige ein Smartphone verwenden. Man darf demnach von rund 60 Millionen Smartphones in Deutschland ausgehen.

Diese sind zu 81 Prozent (80,9) mit einem System von Google und zu 19 Prozent (18,9) von Apple. Blackberry, Symbian und Windows Mobile kann man getrost vernachlässigen. Google verspricht eine Quote von 85 Prozent auszustatten. Apple hat etwa 77 Prozent seiner Geräte unter iOS 13. Von den 60 Millionen wären demnach knapp 50 Millionen Smartphones maximal erreichbar für die Corona-Tracker-Bluetooth-App, wenn man davon ausgeht, die Geräte seien gleichmäßig über alle verteilt.

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50 Millionen Smartphones maximal als Bluetooth-Corona-Tracker entsprechen etwa 60 Prozent der Bevölkerung. Apple und Google müssten ihre Betriebssysteme per Push auf die Geräte drücken und die Tracker-App gleich mit. Das dürfte in etwa so erfolgreich werden wie seinerzeit als Tim Cook und Bono allen iTunes-Nutzern ein Album von U2 geschenkt hatten.

  • NYT :: Can our phones stop a pandemic?
  • The Verge :: Apple and Google are building a coronavirus tracking system into iOS and Android
  • Tech Crunch :: Q&A: Apple and Google discuss their coronavirus tracing efforts
  • taz.de :: Wie Corona-Apps funktionieren
  • aclu.org :: Apple and Google announced a Coronavirus Tracking System. How worried should we be?
  • fiff.de :: FIfF veröffentlicht Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) für die Corona-App
  • developer.apple.com :: Marktanteile iOS-Versionen
  • pcgameshardware.de :: Marktanteile Android-Versionen
  • update :: tante.de :: Bluetooth Abstandsmesse und Algorithmen

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