Doppeltes Stadtderby

Die FDP hielt dem Volkssturm nicht stand

Hamburg, den 22. Februar 2020. 23. Spieltag in der zweiten Bundesliga – mit einer ersten Wahl bei der Begegnung des HSV mit dem 1. FC. St. Pauli. Stadt-Derby-Rückspiel in der Saison 2019, 2020. Der HSV, derzeit auf dem 2. Platz, möchte direkt aufsteigen in die erste Liga und nicht etwa gegen Werder Bremen in der Relegation scheitern. Wobei das sicherlich eine interessante Konstellation wäre …
Und St. Pauli, derzeit nur zwei Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt und einen Punkt von der Relegation zur 3. Liga, möchte gerne die Spielklasse halten. Die letzte Begegnung entschieden die Paulianer am Millerntor mit einem 2:0 für sich, so dass sicherlich auch heute vieles von der Tagesform der „Boys-in-Brown“ gegen die „Rothosen“ abhängen wird.

Das zweite Stadtderby findet am 23. Februar statt, und zwar als Bürgerschaftswahl in Hamburg zur 22. Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg. Es regieren seit 2015 die Sozialdemokraten (45,6 Prozent) mit den Grünen (12,3 Prozent). Einige Umfragen sehen die derzeit stellvertretende zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank von den Grünen vorn, beziehungsweise in einem Kopf-an-Kopf-Rennen, auch getragen von der Europawahl 2019 mit 31,1 Prozent Grün vor 19,8 Prozent SPD und 17,7 Prozent CDU, sowie den gleichzeitigen Bezirkswahlen, bei denen die Grünen mit Ausnahme von Wandsbek und Bergedorf die stärkste Kraft wurden – teils wie in Altona-Nord (47,8) oder Eimsbüttel (48,4) mit absoluter Mehrheit.

Noch vor einigen Wochen hatte es so ausgesehen, als ob die Grünen in Hamburg an den Sozialdemokraten vorbeiziehen könnten. Aber in Hamburg kann sich der 1. Bürgermeister Peter Tschentscher sicher sein, eine erste eigene Amtszeit zu erhalten. Tschentscher übernahm das Amt im März 2018 als Olaf Scholz im Kabinett Merkel IV zum Finanzminister berufen wurde. Entgegen dem Trend im Bund, wo die SPD bei 16 Prozent vom Siechtum gezeichnet ist, wird Tschentscher ein Ergebnis von um die 38 Prozent (minus 8 Prozent) einfahren und weiter regieren können. Das liegt auch an Wählern der CDU (13 Prozent, minus 3), die lieber die SPD unterstützen, wenn sie damit eine grüne Bürgermeisterin verhindern können.

Die Bürgerschaftswahl wird wahrscheinlich ein Lose-Win für Rot-Grün für mehr rot als grün. Die FDP und AfD dürften nervös auf die ersten Hochrechnungen warten.
Das Fußballspiel endete mit einem Sieg des 1. FC. St. Pauli.

< update (25.2) />

Sitzverteilung in der Hamburger Bürgerschaft

Die FDP ist in der Bürgerschaft vertreten. Die CDU erhielt doppelt so viele Stimmen wie die AfD. Die Grünen erhielten doppelt so viele Stimmen wie vor fünf Jahren und die SPD gewinnt die Wahl. Sie verlieren halt zwei Prozent weniger als zunächst vorhergesehenen. Die sind wie gewonnen. Dennoch könnte Anna von Treuenfels (FDP) jetzt die neue Bürgermeisterin werden mit den Stimmen von Grüne, Linke, CDU und sich selbst in der Namibia-Koalition. Stellvertretende zweite Bürgermeisterin bliebe dann Katharina Fegebank.

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