Frohe Ostern

Jupp an de Latt

Joyeuses Pâques. Zur Ostern bemerkt man, dass Deutschland im Grunde ein Gottesstaat ist. Vier freie Tage, die vielen Menschen kaum mehr bedeuten als ein verlängertes Wochenende. Dabei handelt es sich um den höchsten christlichen Feiertag, weil Jesus doch am 3. Tage wieder auferstanden ist von den Toten. Was für eine krasse Geschichte! Soll man das glauben? Wer war dieser Jesus?

Für die Juden ist Jesus nur ein Jude. Für die Römer war Jesus ein revolutionärer Rädelsführer. Vielleicht war er auch so etwas wie ein nackter Hippie, der die öffentliche Ordnung störte. So genau wird man es nicht wissen, weil die Überlieferung seiner Geschichte vollkommen verklärt ist. Die Wahrheit wird verschüttet bleiben wie der Zugang zu einem Grab.

Was aber jeder im jüdisch-christlichen Abendland von den Vorgängen im Morgenland wissen sollte:
A – wie Abendmahl. Das letzte Abendmahl, das Jesus im Kreis seiner Jünger feiert, war das Erev Pessach am Vortag von Pessach – am Donnerstag nach Sonnenuntergang, also dem jüdischen Freitag, dem Tag vor dem Sabbat.
Jesus wurde somit am selben Tag verhaftet und getötet. Dabei wählte die römische Stadtverwaltung die besonders brutale Methode der Kreuzigung. Überdies ging man mit Verhafteten allgemein nicht gerade zimperlich um.

B – wie Befreiung. Das Fest am ersten Sonntag nach Vollmond im Frühjahr ist das jüdische Pessach. Gefeiert wird die Rückkehr der Juden aus der Sklaverei in Ägypten. Unter der Führung von Moses als Rückkehr in Einheit und Freiheit.

C – wie Christen. Den Christen sind wegen des Todes von Jesus und dem Verrat durch Judas, dem Juden, nicht zum Feiern aufgelegt. Daher gilt am Karfreitag, dem Tag, an dem Jesus brutalsmöglich zu Tode gefoltert wurde, das Verbot der öffentlichen Tanzveranstaltungen, das #tanzverbot.

D – wie Denunziation. 30 Silberlinge war das Lohn der Denunziation durch Judas, dem Verräter. Und in Deutschland wird die jüdisch-christliche Tradition gelebt. Irgendwie. Hauptsache nicht Islam. Dazu gehört das Tanzverbot an einem der drei wichtigsten jüdischen Feste, das seit mindestens 3.000 Jahren ausgelassen fröhlich gefeiert wird, und zwar eine ganze Woche lang.

Spätestens nach drei Tagen muss das den Christen so viel Kopfweh und Kreuzschmerzen bereitet haben, dass auch sie eine frohe Botschaft vernehmen wollen: Jesus ist gestorben für Deine Sünden. Du bist frei.

Tanze. Jesus, dieser halb-nackte Hippie hätte auch getanzt, wenn er es nicht so mit dem Kreuz gehabt hätte.

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