Liedermacher gegen Linke

Der Deutsche Bundestag gedenkt dem Fall der Mauer am 9. November 1989. Und einer nimmt sich unerschrocken das Rederecht: Wolf Biermann.

Aber natürlich habe ich mir in der DDR das Reden nicht abgewöhnt. Und das werde ich hier schon gar nicht tun.
[ Wolf Biermann, youtu.be/WZBYzyg_JKo ]

Auf Einladung von Bundestagspräsident Lammert war der 1976 aus der DDR ausgebürgerte Liedermacher Wolf Biermann zu der Gedenkstunde gekommen. Er könne jedoch nicht die Reste der Drachenbrut niederschlagen. Die seien bereits geschlagen. Biermann meint die Vertreter der Partei Die Linke, deren Mitglieder teils bereits in der SED waren und nun im Bundestag sitzen.

Sicherlich sind nicht alle Aspekte der DDR aufgearbeitet. Zum Beispiel die Anerkennung der DDR als Unrechtsstaat. Im weiteren Verlauf der Gedenkstunde sprach auch Gregor Gysi. Er stellt die Wiedervereinigung als Beitritt der DDR zur BRD dar. Daher sei die Zäsur im Osten stärker gewesen als im Westen und hätte zu Minderwertigkeitsgefühlen und Enttäuschungen im Osten beigetragen. Im Westen müsse man noch lernen, dass sowohl DDR als auch die BRD aufgehört habe.

Stasi und SED scheinen überwunden, auch wenn einige noch den Sozialleistungen des real existierenden Sozialismus nachtrauern. 25 Jahre nach dem Fall der Mauer sollte es eigentlich nicht mehr um den Sieg der Systeme gehen, sondern um eine Vision: eine Agenda 2020 und nicht die alte Leier … aber es könnte mal jemand die Reste rausbringen.

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