Rudi Dutschke

Rudi Dutschke

11. April 1968. Vor 50 Jahren trafen drei Kugeln eines Rechtsextremisten den Studentenführer Rudi Dutschke. In Berlin. Auf offener Straße. Am Kurfürstendamm. Elf Jahre später starb Dutschke an den Folgen des Attentats. Zwei Kugeln trafen ihn nämlich in den Kopf.

Wir sollen uns nicht einbilden, dass gesellschaftliche Entwicklung zu einem Ende kommen könnte, sei es ein negatives oder positives Ende. Darum kann es keinen Abschluss der Revolution geben, muss es ununterbrochenen Kampf um neue Formen, bessere, glücklichere Formen des Miteinanderlebens und -arbeitenkönnens von Menschen geben.
[ Rudi Dutschke ]

Vor 50 Jahren hetzte die BilD-Zeitung gegen Junge Rote – quasi wie jetzt gegen Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert und seine #nogroko-Kampagne – bloß noch eine Idee aggressiver.

Du dreckiges Kommunistenschwein, rief Josef Bachmann, bevor er auf Rudi Dutschke zielte. Für Berliner Studenten trugen auch Hetzkampagnen der Boulevard-Zeitungen eine große Mitverantwortung an den Schüssen.
Sieben Tage nach den tödlichen Schüssen auf Martin Luther King in Memphis, Tennessee.
Sieben Jahre nach dem Beginn des Gerichtsverfahren gegen den ehemaligen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann in Jerusalem.
1968 regierte Kurt Georg Kiesinger (CDU) in einer großen Koalition. Seit 1933 war Kiesinger im Dritten Reich Mitglied in der NSDAP. 50 Jahre nach dem Ende des ersten Weltkriegs.

Im Grunde kann man die langhaarigen Bombenleger und Kommunisten von damals austauschen gegen die langbärtigen Bombenleger und Islamisten von heute. So funktioniert Stimmungsmache und gesellschaftliche Spaltung bei gleichzeitiger Besinnung auf konservative Werte – keinen Wandel um keinen Preis – und so krude Ideen wie Vaterland und Heimat. Integration wird gefordert, weil man sich selbst gar nicht ändern möchte. Das möchte man am liebsten nicht einmal reflektieren.

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