Sturmflut im Alstergebiet

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Plötzlich liegt der Klimawandel in Deinem Briefkasten. Die Stadt Hamburg informiert Haushalte im gefährdeten Gebiet über die möglichen Gefahren durch eine Sturmflut. Auf bis zu 7,30 Meter über Normal-Null sei die Hamburger Deichlinie ausgelegt. Ab 2017 werden 80 Zentimeter aufgestockt.

In den kommenden Tagen werden 205.000 Haushalte, die in sturmflutgefährdeten Bereichen Hamburgs liegen, per Post neue Sturmflutbroschüren erhalten. Erstmals werden die Broschüren auch im Einzugsbereich der Alster verteilt.
[ hamburg.de/katastrophenschutz vom 4. September ]

Mein Großvater erlebte die Sturmflut 62 im Hamburger Hafen. 5,70 Meter Wasser lies in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 die Deiche brechen und den damaligen Innensenator Helmut Schmidt zum Helden werden, weil dieser Hilfe und Material bei Nato und Bundeswehr anforderte. Inzwischen drücken die Winter-Orkane 40 Zentimeter mehr Wasser gegen die Hamburger Elbdeiche.
Nasse Füße vor der eigenen Haustür berühren eben doch ein bisschen mehr als die Gefahr für die Malediven, Shanghai und Sylt oder New York und die Niederlande. Denn Amsterdamer Pegel definiert das Normal-Null.

Ein Überflutungsrisiko durch extreme Sturmfluten ist in den betreffenden Stadtbereichen aufgrund des guten Hochwasserschutzes zwar sehr unwahrscheinlich, ganz ausgeschlossen werden kann ein solches Ereignis aber nicht. [ hamburg.de .. ]

Inzwischen gilt als gesichert, dass durch den vom Menschen verursachten Klimawandel das grönländische Eisschild schmelzen wird, wodurch sich der Meeresspiegel um etwa sieben Meter anheben kann. Noch einmal um die gleiche Menge steigt der Meeresspiegel, wenn das westantarktische Eisschild am Südpol schmilzt. Nach neuen Klima-Modellen überschreitet die Westantarktis jetzt den Kipppunkt, ab dem die Schmelze zum unaufhaltsamen Selbstläufer wird. Zusätzlich entstehen Eigendynamiken, die die Schmelze verstärken. Daher kann man über Zeiträume nur Schätzungen abgeben. Gegenwärtig wird damit gerechnet, dass dieser Vorgang wenigstens mehrere hundert Jahre dauern würde. Wie gut, dass das Infoblatt schon da ist.

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