Werbeverbot

Solche Pillen sind nun mal keine Smarties.

DBDDHKP. Vor fünf Jahren diskutierte Deutschland über die sogenannte „Pille dannach“. Dieses Medikament kann nach der Empfängnis eine Schwangerschaft verhindern. Weil es ein wirksames Präparat ist, unterliegt es in Deutschland der Rezeptpficht. Denn sonst könnte es ja wie unwirksame Homöopathie in den Apotheken verkauft werden.

Solche Pillen sind nun mal keine Smarties.
[ Jens Spahn, CDU ]

Dumm bleibt dumm, da helfen keine Pillen. Der Gesundheitsexperte Spahn ist jetzt Gesundheitsminister im Kabinett Merkel IV. Dort drohte der Streit über das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche den Start der großen Koalition zu belasten. Doch nun vertagten Union und SPD die Auseinandersetzung.
Auslöser für die Debatte um den Paragraf 219a StGB war ein Gerichtsurteil vom vergangenen Jahr. Die Gießener Ärztin Kristina Hänel war zu einer Geldstrafe von 6.000 Euro verurteilt worden, weil sie auf ihrer Homepage über Schwangerschaftsabbrüche informiert hatte.

Der Paragraf 219a stammt noch aus der Zeit des Nationalsozialismus. Er regelt, unter welchen Bedingungen eine Frau in Deutschland eine Schwangerschaft abbrechen darf. Und er verbietet Ärzten, öffentlich – zum Beispiel auf ihren Homepages – über Schwangerschaftsabbrüche zu informieren. Das gilt als Werbung. Was ist Information, was Werbung? Das sollen andere klären.

Wenn aber unser Gesundheitsminister Spahn (CDU) ungeborenes und geborenes Leben schützen möchte, dann sollte er folgende Werbung verbieten:

  • Brustvergrößerungen. Dafür bekäme Jens Spahn die Sexy-Cora-Anstecknaddel
  • Tabak. Plakate und Zigaretten-Packungen sind in der EU einzig in Deutschland noch sichtbar
  • Homöopathie. Apotheken, Ärzte und Arzneimittelhersteller verdienen gut an wirkungslosen Zuckerkügelchen

Dumm bleibt dumm, da helfen keine Pillen. Zu dumm, dass an Diskussionen um Schwangerschaftabbrüche sichtbar wird, wie sehr Deutschland noch im klerikalen Mittelalter der eigenen Unvernunft gefangen ist. Katholische Männer wollen bestimmen, wer was wenn und wann immer es ihm beliebt in Frauen reinstecken darf. Das steht nicht einmal im Widerspruch zur Homo-Ehe, bei der Jens Spahn befindet, die Homo-Ehe passt zum christlich-bürgerlichen Lebensmodell. Denn die Homo-Ehe von Jens Spahn ist ein Ding unter Männern.

Und zum Schluss darf die Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft nicht fehlen. Rein informativ. Rein. Raus.

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